Datenschutz ist längst mehr als eine rechtliche Pflichtübung. Aus diesem Grund haben wir ein Whitepaper „Datenschutz als Compliance- und Business-Baustein“ erstellt. Das Whitepaper stellen wir Ihnen in einem 6-teiligen Preview in verkürzter Form vor; das ausführliche Dokument senden wir Ihnen gerne zu. Dieser Beitrag ist Teil 4.
Wirtschaftlicher Nutzen: Datenschutz als Business Case
Unternehmen mit nachweisbarer Datenschutz-Compliance (Dokumentation, Prozesse, Schulungen) erhalten bei Verstößen häufig mildere Sanktionen als Unternehmen ohne Struktur. Datenschutz wirkt damit wie eine Versicherung gegen unkontrollierbare Risiken – mit überschaubaren, planbaren Kosten.
Umsatzrelevanz und Marktzugang im B2B
Neben der Reduzierung von Risiken kann der Datenschutz auch positiv wirken, indem er Nutzen für die Unternehmen erzeugt. Im B2B-Geschäft ist Datenschutz längst eine Eintrittskarte in Ausschreibungen und Lieferketten. Typische Effekte:
- Ausschreibungen enthalten detaillierte Fragen zu Datenschutz, ISMS und Compliance.
- Fehlende oder unzureichende Unterlagen führen zu Verzögerungen oder Ausschluss.
- Professionelle Datenschutzstrukturen erhöhen die Abschlusswahrscheinlichkeit.
So gaben gemäß CNIL (1) (Datenschutz-Aufsichtsbehörde in Frankreich) beispielsweise 42% der Datenschutzbeauftragten an, dass Unternehmen nach der Einführung einer Strategie zur Förderung der Compliance die Chancen, Ausschreibungen zu gewinnen, um die Hälfte steigern können. Dies zeigt, dass ein professioneller Umgang mit diesen Themen direkte Vorteile im Vertrieb haben kann. Unternehmen, die ihre Datenschutzorganisation belegen können, verkürzen ferner Überprüfungen/Assessments der (potentiellen) Kunden häufig wesentlich.
Effizienzgewinne und Prozessverbesserungen
Strukturierter Datenschutz zwingt Unternehmen dazu, ihre Datenflüsse und Prozesse zu durchdenken. Positive Effekte sind z. B.:
- standardisierte Bearbeitung von Betroffenenanfragen statt ad-hoc-Suche
- klare Löschkonzepte statt historisch gewachsener Datenbestände
- konsistente Prozesse zur Einführung neuer Tools und Anwendungen
- weniger Abstimmungsaufwand zwischen Fachbereichen, IT und Geschäftsführung
Diese Effizienzgewinne lassen sich über KPI (z. B. Zeitaufwand, Anzahl Anfragen, Prozessdurchlaufzeiten) konkret messen und im Controlling abbilden.
Positive Effekte auf Cybersicherheit, Versicherbarkeit und Resilienz
Viele Datenschutzmaßnahmen sind deckungsgleich mit Anforderungen von Cyber-Versicherern und Sicherheitsstandards wie dokumentierte Zugriffskonzepte, geregelte Backup- und Notfallprozesse, regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden oder klar definierte Incident-Prozesse. Unternehmen, die hier gut aufgestellt sind, profitieren oft von:
- niedrigeren Versicherungsprämien
- besseren Deckungsbedingungen
- höherer Resilienz gegenüber Cyberangriffen und Systemausfällen
Datenschutz zahlt damit direkt auf die Informationssicherheit und die Gesamtstabilität des Unternehmens ein.
(1) CNIL; https://www.cnil.fr/en/what-are-economic-benefits-having-dpo-company
Folgende Previews unseres Whitepapers „Datenschutz als Compliance- und Business-Baustein“ wurden bereits veröffentlicht
- Rechtlicher Rahmen: Datenschutzpflichten für Unternehmen
- Datenschutzbeauftragter: Verpflichtende und freiwillige Bestellung
- Operative Aufgaben des Datenschutzes im Unternehmen
- Unternehmensrisiken im Rahmen des Datenschutzes
Als Nächstes wird folgender Preview veröffentlicht:
- Governance und Organisation